Klinische Dokumente einheitlich strukturieren – interoperabel austauschen
Die Klinische Dokumentenklassen-Liste (KDL) ist ein vom Fachverband für Dokumentation und Informationsmanagement in der
Medizin (DVMD) e. V. verantwortetes Klassifikationssystem zur einheitlichen Benennung klinischer Dokumenttypen.
Sie basiert auf umfangreichen Praxiserfahrungen aus deutschen Krankenhäusern und wird im DVMD kontinuierlich fachlich gepflegt und weiterentwickelt. Ziel ist es, die große Vielfalt klinischer Dokumentenbezeichnungen in einer standardisierten, interoperablen Struktur abzubilden.
Die KDL unterstützt Krankenhäuser, Softwareanbieter und weitere Akteure dabei, Dokumente strukturiert zu organisieren, gezielt bereitzustellen und medizinische Informationen verlässlich auszutauschen – unter anderem auch im Kontext von Prüf- und Austauschprozessen mit externen Stellen wie dem Medizinischen Dienst.
Was ist die Klinische Dokumentenklassen-Liste?
Die Klinische Dokumentenklassen-Liste (KDL) ist ein Klassifikationssystem zur strukturierten Einordnung klinischer Dokumenttypen innerhalb medizinischer Einrichtungen. Sie dient nicht der inhaltlichen Bewertung von Dokumenten, sondern deren systematischer Zuordnung zu eindeutig definierten Dokumentenklassen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Abbildung der tatsächlich in der Versorgungspraxis verwendeten Dokumenttypen. Die KDL ordnet diese Vielfalt in eine überschaubare Struktur ein und schafft damit eine gemeinsame semantische Referenz für unterschiedliche IT-Systeme, Organisationsformen und Versorgungsbereiche.
Durch die Möglichkeit, einrichtungsindividuelle Dokumentenbezeichnungen auf standardisierte Dokumentenklassen zu mappen, bleibt die gewohnte Terminologie für Anwenderinnen und Anwender erhalten, während im Hintergrund eine einheitliche Klassifikation genutzt wird.
Warum ist die KDL relevant?
Die KDL unterstützt eine strukturierte und nachvollziehbare Nutzung klinischer Dokumente in unterschiedlichen Kontexten des Gesundheitswesens.
Typische Einsatzszenarien sind Krankenhäuser, Softwarelösungen, Register und weitere datenbasierte Anwendungen im Gesundheitswesen. Die Relevanz der KDL zeigt sich insbesondere in der praktischen Arbeit mit klinischen Dokumenten und in übergreifenden Austauschprozessen.
Interoperabilität
Einheitliche Dokumenttypen als Grundlage für den sektorenübergreifenden Austausch klinischer Informationen.
Struktur & Archivierung
Strukturierte Patientenakten und revisionssichere Langzeitarchivierung papierbasierter und elektronischer Dokumente.
Recherche & Nutzung
Gezielte Auffindbarkeit relevanter Dokumente und Unterstützung nutzerorientierter Sichten.
Kommunikation
Einheitliche Bereitstellung klinischer Dokumente, z. B. gegenüber Medizinischem Dienst, Kostenträgern, Behörden oder Patient:innen.
Arbeiten mit der KDL
Für die praktische Arbeit mit der Klinischen Dokumentenklassen-Liste stehen verschiedene, aufeinander abgestimmte Werkzeuge und Referenzumgebungen zur Verfügung, die im Folgenden kurz vorgestellt werden. Sie ermöglichen den Zugriff auf die aktuelle Version der KDL, ihre Terminologie sowie die nachvollziehbare Dokumentation der Weiterentwicklung.
KDL im Simplifier
Aktuelle Version der KDL inklusive Implementierungsleitfaden und strukturierter Darstellung.
KDL-Codes & Terminologie
Zugriff auf Codesysteme, Dokumentenklassen und Freitextsuche innerhalb der KDL in Art-Decor®.
Änderungen & Weiterentwicklung
Dokumentierte Diskussionen, Änderungsanträge und Beschlüsse zur Weiterentwicklung der KDL.
Mitwirken, austauschen, weiterentwickeln
Die Klinische Dokumentenklassen-Liste ist kein statisches Werk, sondern wird kontinuierlich weiterentwickelt. Grundlage dafür sind fachliche Rückmeldungen, praktische Erfahrungen und der Austausch mit Anwenderinnen und Anwendern aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens.
Die aktive Mitwirkung der Anwender ist ausdrücklich gewünscht und ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der KDL. Hinweise, Anregungen und Diskussionsbeiträge aus der Praxis fließen gezielt in die fachliche Arbeit ein.
Wenn Sie die KDL anwenden, weiterentwickeln oder konkrete Erfahrungen aus der Praxis teilen möchten, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Mitwirkung offen.
KDL-Anwendergruppe
Die KDL-Anwendergruppe umfasst Vertreter:innen aus Krankenhäusern, Softwareunternehmen, Kostenträgern und weiteren Einrichtungen im Gesundheitswesen. Sie dient dem fachlichen Austausch, der praktischen Anwendung der KDL und der Rückmeldung aus der Versorgungspraxis.
DVMD-Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung der KDL“
Die fachliche Weiterentwicklung der KDL erfolgt in einer über den DVMD organisierten Arbeitsgruppe. Inhalte und Änderungen werden gemeinschaftlich abgestimmt, geprüft und dokumentiert.
Direktes Feedback zur KDL
Unabhängig von einer Mitarbeit in den genannten Gruppen können Sie Hinweise, Anregungen oder konkrete Vorschläge zur KDL jederzeit direkt einbringen.
Willkommen sind insbesondere Rückmeldungen aus der praktischen Anwendung, Vorschläge zur Weiterentwicklung einzelner Dokumentenklassen sowie Hinweise zu bestehenden Zuordnungen.
Versionen, Gültigkeit und Ansprechpartner
| Gültigkeit | ab 1. Januar |
| Feedback & Änderungswünsche | bis 15. September |
| Kontakt | Annett Müller mueller@dvmd.de |
| Dokumentierte Historie | Art-Decor® |